|
Worauf es beim
Welpen ankommt
|
Ein guter
Züchter führt umfangreiche Aufzeichnungen über
den Zustand der Zuchthündin und der Welpen. Dadurch
entgeht ihm keine ungewollte Veränderung. Auch wird
er den Ernährungszustand der Welpen durch wiegen
täglich kontrollieren. Sogar die Ausscheidungen wird
er genau registrieren, denn eine Darmstörung kann
bei einem Welpen ungeahnte Probleme hervorrufen. Das
Gesäuge der Mutterhündin darf nicht entzündet sein
und muss genügend Milch haben. Auf einen einfachen
Nenner gebracht: Geht es der Hündin gut, dann geht
es auch den Welpen gut.
Ab dem 12. Tag
spricht man bei den Welpen von der zweiten Geburt.
Dann da öffnen sich die Augen und die Ohren und die
Kleinen nehmen mit einem Male die Umwelt bewusst
wahr. Ab jetzt kommt die wichtigste Zeit im ganzen
Hundeleben. Denn alle Erfahrungen, die die Kleinen
ab jetzt machen, prägen sich für das ganze spätere
Leben ein. deshalb spricht man auch von der
Prägephase.
Bis zum 6.
Lebensmonat durchläuft der Welpe jetzt die
verschiedenen Entwicklungsphasen, in denen er vor
allen Verhaltensmuster lernt. Jede positive, aber
auch jede negative Erfahrung brennt sich
unwiderruflich in seinem "Speicher" ein. Da der
Kleine aber ein braver Familien- und Begleithund
werden soll, achten sie genau darauf, dass er
möglichst nur positive Erfahrungen sammelt.
Ganz wichtig ist
natürlich der Kontakt zu Menschen. Fehlen positive
Erfahrungen, dann wird er sein ganzes Leben
furchtsam oder scheu reagieren, wenn ihm eine Person
zu nahe kommt. Die Furcht vor Menschen kann sogar in
schlimmsten Fällen in Aggression umschlagen,
besonders wenn er in die enge getrieben wird und
keine Fluchtmöglichkeit sieht. Doch wenn er gelernt
hat mit Menschen umzugehen und sie einzuschätzen
gelernt hat, bringt ihn so leicht nichts mehr aus
der Fassung. Nicht einmal kleine Kinder, die mit
ihren Fingern seine Nasenlöcher erkunden!
Ab der vierten,
fünften Woche muss er Kleine raus aus dem Wurflager
und seine Umgebung erkunden. Dabei sollte er
Bekanntschaft mit möglichst vielen neuen Gerüchen
und Geräuschen machen. Deshalb ist im WSÖ ein
ausreichender Auslauf für die Kleinen dem Züchter
vorgeschrieben.
Nach etwa acht bis
zehn Wochen werden die Welpen ihr Zuhause verlassen
und zu ihren neuen Besitzern kommen. Jetzt muss er
tätowiert (oder gechipt) und entwurmt sein. Wenn der
Züchter jetzt Ausreden gebraucht, dann hat er wohl
zu sehr auf seinen Geldbeutel oder seinen gewinn
geschaut. Sie tun gut daran sofort kehrt zu machen
und die Finger davon zu lassen. Wer weiß, ob die
Kleinen bis dahin die notwendigen Impfungen und
ärztlichen Kontrollen erfahren haben. Und wenn
nicht, ist die Gefahr sehr groß, dass ein Vielfaches
des Kaufpreises an Tierarztkosten auf Sie zukommen. |